Auf den Spuren des SS- Einflusses in Ostwestfalen


Am Freitag, den 21. November machte sich der Geschichtsleistungskurs von Herrn
Flagmeier mit dem Stadthistoriker Herrn Dr. Westheider, Pastorin Anja Keppler und
anderen Interessierten aus Versmold auf den Weg zur Wewelsburg.
Nach einer kurzen Busfahrt nach Büren (Kreis Paderborn) erreichte die Reisegruppe ihr
Ziel, die einzige Dreiecksburg Deutschlands.
Freundlich und offen begrüßte uns der Guide des Tages Norbert Ellermann.
Unsere Tour begann mit einem interessanten Einstieg in die Geschichte der
Gedenkstätte und der Wewelsburg zur NS- Zeit. Herr Ellermann führte uns durch die
Geschehnisse in Wewelsburg seit 1934. Nach der Übernahme der Burg durch die SS
änderten sich die Verhältnisse im kleinen Ort Wewelsburg. Überall SS- Männer, ein
entstandener SS- Kindergarten, Hetze gegen die katholische Kirche des Ortes und
letztlich die tragische Errichtung des Konzentrationslagers Niederhagen, das für den
Ausbau der Wewelsburg errichtet wurde. Die stark esoterisch geprägten Nazis sahen in
dem Standort und der Burg einen besonderen Wert. Tragischerweise starben bei der
Arbeit viele Häftlinge unter brutalen Verhältnissen.
Besonders großes Aufsehen erregt auch heute noch die Schwarze Sonne im Nordturm
(früher Obergruppenführersaal). Heutige Neo- Nazis sehen in diesem Symbol
ideologisch geprägte Kraft. Diese Tatsache führte dazu, dass sich die Gedenkstätte
entschied, Sitzsäcke auf das Zeichen zu stellen. Fotos, Videos und Rituale sind
strengstens untersagt.
In der Gruft offenbarte sich die architektonische Tiefe der SS- Pläne. Dieser Raum diente
früher der Zeremonie der Toten SS- Generäle. Das Echo und das Geräuscherlebnis sind
einzigartig und definitiv sehenswert.
In der Dauerausstellung Ideologie und Terror der SS erlaubten Schubladen und
originale Stücke dieser Zeit einen tiefen Einblick in die grauenhafte Epoche.
Propagandistische Werbung, Kleidung der SS und vieles mehr ist Teil dieser
interessanten und tief gehenden Ausstellung. Großen Dank an die Stadt Versmold und
Herrn Ellermann, die uns diesen Tag möglich gemacht haben.
Diese Exkursion zeigt vor allem eins: Nie wieder ist jetzt. Traurigerweise auch, dass der
NS- Terror nicht nur vereinzelt auftrat, sondern auch in unserer Heimat, Ostwestfalen. Es
heißt: Standhaft bleiben, den Opfern gedenken und Nazis keine Bühne und Freiraum
geben.
Ein Bericht von Samuel und Oskar (Q1)